Google Wave: E-Mail 2.0?
19. November 2009Es war Ende Mai 2009, als Google auf seiner alljährlichen Entwicklerkonferenz erstmals Google Wave vorstellte. Seither nahm das Interesse an der als revolutionär angepriesenen Kommunikationsplattform stetig zu. Nach einigen Monaten der Weiterentwicklung und Optimierung wird Google Wave nun langsam aber sicher auch für Anwender abseits der IT-interessierten Early Adoper interessant. Doch was ist Google Wave eigentlich, und wofür kann es eingesetzt werden?

Laut den Entwicklern ist Google Wave nichts anderes als “E-Mail, wie es aussähe, würde es heute erfunden”. Dabei vereint der Dienst Funktionalitäten von E-Mail, Instant Messaging, Chats und Wikis, sowie einige andere Aspekte dessen, was allgemein als “Web 2.0″ bezeichnet wird. Die Grenzen zwischen Kommunikation und kollaborativer Dokumentenbearbeitung verfließen, Änderungen und neue Nachrichten sind für alle Beteiligten quasi in Echtzeit sichtbar, und Teilnehmer, die erst später zur Kommunikation stoßen, können sich jederzeit ansehen, wie sich die “Wave” von den ersten Zeilen bis zum Status Quo entwickelt hat.
Bei der Entwicklung von Google Wave wurde von Anfang an großer Wert auf Erweiterbarkeit gelegt. So ist es bereits jetzt möglich, Computerprogramme, so genannte “Bots”, an der Kommunikation teilhaben zu lassen. Diese übernehmen dann automatisiert bestimmte Aufgaben, beispielsweise übersetzen sie Nachrichten einer Kommunikationsteilnehmerin in die Sprache eines anderen Teilnehmers. Weiters können so genannte “Gadgets” in die Nachrichten eingebunden werden, um damit unter anderem YouTube-Videos abzuspielen, eine Abstimmungsmöglichkeit anzubieten oder die Kommunikationspartner miteinander Sudoku spielen zu lassen. In naher Zukunft wird es auch die Möglichkeit geben, etwa in Firmenumgebungen eigene Wave-Server zu installieren und den Dienst damit auf Wunsch unabhängig von Google anzubieten. Mittelfristig soll ein weltweites Netz von Wave-Servern entstehen, die ähnlich der derzeitigen E-Mail-Infrastruktur globale Kommunikation mit den Werkzeugen des “Web 2.0″ ermöglichen sollen.
Die Plattform befindet sich derzeit noch in einem limitierten Testbetrieb. Falls Sie neugierig geworden sind und Google Wave selbst ausprobieren möchten, haben wir an dieser Stelle ein besonderes Zuckerl: Die ersten fünf Interessierten, die eine E-Mail mit dem Betreff “Google Wave” an phoefler (at) know-center.at senden, erhalten in den kommenden Tagen eine Einladung zugeschickt und können sich selbst ein Bild davon machen, ob Google Wave den Erwartungen gerecht wird …



